Fischsterben im „Rhinowkanal“

11.08.2017

Untere Wasserbehörde stellte umgehend Untersuchungen an

Die anhaltenden Regenfälle und die lange unter Wasser stehenden Wiesen in den Löcknitzniederungen haben jetzt Auswirkungen auch auf den Fischbestand.

Die Untere Wasserbehörde und der Kreisanglerverband Perleberg wurden von einem Angler aus Lenzen über ein Fischsterben in einem Angelgewässer bei Kietz, direkt hinter dem Achterdeich,  informiert. Er vermutete eine Gewässerverunreinigung durch Gülle oder Jauche.

Die Untere Wasserbehörde reagierte umgehend und führte am 4. August 2017 eine Messung des Sauerstoffgehaltes durch. Der Sauerstoffgehalt lag bei 0,89 mg/l. Auf dem Wasser zeigte sich eine braune Schwimmschicht und viele tote Fische lagen am Rand. Auch der Kreisanglerverband stellte bei der Begehung des „Rhinowkanals“ fest, dass auf einer Gewässerstrecke von 500 Metern oberhalb des Pumpwerkes Gaarz hunderte von verendeten Fischen, selbst Wollhandkrabben, aus dem Wasser gekommen oder verendet waren.

Die Untere Wasserbehörde schließt eine Gewässerverunreinigung durch Gülle aus, die aufgrund der überschwemmten Wiesen nicht ausgebracht werden konnte. Das bestätigten nach einer Befragung auch die ansässigen landwirtschaftlichen Unternehmen.

Als Ursache für das Fischsterben am Rhinow kommt aus Sicht der Unteren Wasserbehörde das rücklaufende Wasser von den überschwemmten bzw. überstauten landwirtschaftlichen Flächen in Betracht. „Im Einzugsgebiet des Rhinow waren - wie ebenfalls in weiteren Flächen im Einzugsgebiet der Löcknitz - landwirtschaftliche Flächen über mehrere Tage überflutet“, erläutert Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz. Und weiter: „Die unter Wasser befindliche Biomasse, also Gras oder Feldfrüchte, ist in diesen Tagen in Fäulnis übergegangen. Diese Fäulnisprozesse haben dabei fast allen Sauerstoff im Wasser verbraucht und im Wasserkörper die charakteristische schwarze Farbe und  den unangenehmen Fäulnisgeruch verursacht. In Bereichen geringer Fließgeschwindigkeit wie in der Kietzer Kuhle und im  Mahlbusen oberhalb des Schöpfwerkes Gaarz wird dabei der Sauerstoffgehalt in einen für die Fischfauna tödlichen Bereich abgesenkt, die beobachteten schaumähnlichen bzw. schillernden Aufrahmungen sind ebenfalls Fäulnisprodukte.“

Bedauerlicherweise werde dieser Zustand so lange anhalten, bis das mit Fäulnisprodukten versetzte und sauerstoffarme Wasser vollständig abgeflossen ist. Technische Möglichkeiten zur Bekämpfung dieses natürlichen Prozesses seien seitens der Unteren Wasserbehörde zur Zeit nicht ersichtlich, so Lindow.

Nach dem Fischereirecht ist der Fischereipächter für die o. g. Gewässer für das Bergen und Entsorgen der toten Fische zuständig. Fischereipächter ist hier der Kreisanglerverband Perleberg e. V.

Das Landesamt für Umwelt Brandenburg wurde über den Sachverhalt informiert und - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht - um kurzfristige Hilfestellung beim Bergen und Entsorgen der toten Fische gebeten. Dieser Bitte wurde entsprochen, bereits am Montag wurden durch Kollegen des Wasser- und Bodenverbandes „Prignitz“ im Auftrag des Landesamtes für Umwelt die toten Fische am Schöpfwerk Gaarz beräumt.

© Landkreis Prignitz 


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