Arbeitstreffen und Tagung der ehrenamtlich Beauftragten Bodendenkmalpfleger des Landkreises Prignitz

01.02.2019

Am 29.01. fand in Rosenhagen das jährliche Treffen der ehrenamtlich Beauftragten Bodendenkmalpfleger des Landkreises Prignitz statt.

Torsten Geue stellte die bemerkenswerten Ergebnisse der archäologischen Baubegleitung im Windpark Sarnow-Buchholz vor: Foto: Landkreis Prignitzzoom

Unter den 30 Teilnehmern waren u. a. auch mehrere Vertreter regionaler Heimatvereine, so z.B. aus Postlin.

Der Archäologe Torsten Geue stellte die bemerkenswerten Ergebnisse der archäologischen Baubegleitung im Windpark Sarnow-Buchholz im Rahmen eines Fachvortrages vor. Bei dieser Grabung wurde ein vorher nicht bekannter Siedlungsplatz der Römischen Kaiserzeit mit zahlreichen Befunden und Funden aufgedeckt.

Anschließend berichtete die untere Denkmalschutzhörde in einem Jahresrückblick über die beiden Grabungen der Universität Göttingen (März und September 2018), die auf dem vermutlichen bronzezeitlichen Siedlungsplatz der Menschen stattfanden, die das Königsgrab von Seddin errichteten. Weiterhin wurden auch die Ergebnisse der Ausgrabung in den Wickboldschen Tannen bei Seddin, die der Gebietsreferent des Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) Jens May leitete, vorgestellt. Ein anderes wichtiges Thema wurde mit den  Zentralen Archäologischen Orten – Zeitschätze Prignitz (ZAO) behandelt. Hier standen die Fortschritte und Einzelstandorte im Fokus.

Für großes Interesse sorgten zwei experimentelle archäologische Projekte, die im letzten Jahr durch die ehrenamtlich Beauftragten Bodendenkmalpfleger realisiert wurden. Das Erste beschäftigte sich mit dem Nachguss eines bronzezeitlichen Schwertes und das Andere mit dem Nachbau einer Steingrube aus der Steingrubenreihe, die sich in unmittelbarer Nähe am Königsgrab Seddin befindet.

Jeder der ehrenamtlich Beauftragten Bodendenkmalpfleger berichtete zum Schluss des Arbeitstreffens über seine Ergebnisse und die neu entdeckten Fundplätze des letzten Jahres. Besprochen wurde u. a. aber auch der Umgang mit schwierigen Denkmaleigentümern, die z. B. die Auflage des Schutzes bei obertätig sichtbaren Bodendenkmalen (hier ein slawischer Ringwall in der nördlichen Prignitz) durch starke erdabtragende Viehbeweidung ignorierten.

Rosenhagen wurde dieses Jahr als Tagungsort gewählt, um vor Ort die Bestandsaufnahme und die Untersuchungsergebnisse der Bergung und Restaurierung der am Ostgiebel der Kirche befindlichen Sarkophag-Bestattung des 1727 verstorbenen Hans Casper von Platen im Kontext archäologischer und anthropologischer Erkenntnisse vorzustellen. Ein Beitrag zum Thema historische Bestattungs- und Memorialkultur im Landkreis Prignitz.

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