Meyenburger Ring zur „Vermählung“

09.07.2019

Erste konkrete Projekte zwischen Prignitz und Alba besprochen

Gastgeschenk für den rumänischen Partner – eine Kreisflagge. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen dem Landkreis Prignitz und dem Kreis Alba setzten Landrat Torsten Uhe und Präsident Ion Dumitrel ihren Gedankenaustausch zur Untersetzung der Vereinbarung mit konkreten Projekten und Programmen fort. „Meine Mitarbeiter sind überzeugt davon, dass wir voneinander profitieren können“, so Dumitrel. Die Erfahrungen eines ostdeutschen Landkreises seien besonders wertvoll für das Verstehen von Entwicklungen wie sie auch die Verwaltung in Rumänen vollziehen wird, meinte er. Christian Müller, 1. Beigeordneter des Landrates, war eigens mitgereist, um erste Fachgespräche zum Kennenlernen von Verwaltungsstrukturen in Rumänien zu führen

Bei seinem Besuch in Perleberg im März dieses Jahres war Dumitrel beeindruckt von der Organisation und dem Aufbau eines kreiseigenen Krankenhauses, berichtete er. So gehörte zur Prignitzer Delegation auch der Geschäftsführer des Perleberger Kreiskrankenhauses, Karsten Krüger, der sich vor Ort mit den rumänischen Gegebenheiten vertraut machen konnte. Gesprächsthemen waren zum Beispiel auch die guten Erfahrungen mit einer eigenen Schule für Gesundheitsberufe, wie sie in Perleberg zur Sicherung des beruflichen Nachwuchses erfolgreich praktiziert wird. Hier sieht Dumitrel viele Ansätze des weiteren Gedankenaustausches.

Feine Symbolik: Die Prignitzer Delegation überreichte anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung einen Meyenburger Ring. Es ist ein Replik jenes goldenen Rings, der 2004 bei Ausgrabungen am Schloss gefunden wurde. „Dem Träger bringt er Glück und wird ihn vor Unheil beschützen“, vertraute Landrat Uhe seinem rumänischen Pendant die Geschichte an. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Konkrete Vorhaben wären auch im musealen Bereich möglich. Uhe verwies auf den Förderkreis Prignitzer Museen. Jedes der 25 Museen in drei Landkreisen agiert eigenständig aber gemeinsam können Projekte z.B. für den schulischen Unterricht umgesetzt werden. Das Pfarrmuseum in Blüthen nutzten unlängst 300 Schüler für einen ungewöhnlichen Lernort. Dumitrel zeigte sich interessiert daran, hier den Erfahrungsaustausch fortzusetzen. Gordon Thalmann vom Sachbereich Denkmalschutz der Kreisverwaltung gehörte zum deutschen Team und hatte in Alba Julia die Gelegenheit, mit dem Direktor des Nationalmuseums der rumänischen Einigung zu sprechen. Erstes Ergebnis ist die Vorbereitung einer gemeinsamen Ausstellung über die Bronzezeit und die römische Kaiserzeit. Hier gibt es in beiden Regionen parallele Anknüpfungspunkte. Der Landkreis Prignitz offerierte zudem die Möglichkeit, über das Deutsche Archäologische Institut in Berlin dendrologische Untersuchungen durchführen zu lassen, um das Alter von Hölzern bei Ausgrabungen bestimmen zu können. „Der Direktor hat sich sehr darüber gefreut“, nahm Thalmann von seinen Gesprächen mit.

Feierlicher Akt im Einigungssaal Alba Julia. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Weitere Gesprächsthemen waren Probleme der Landwirtschaft in Rumänien, die Förderung von Jugendbegegnungen über das Erasmus-Förderprogramm der EU sowie Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Entwicklung touristischer Beziehungen. Den deutschen Gästen wurde auch ein touristisches Großprojekt in Sebes Valley vorgestellt. Hier soll das größte Wintersportgebiet Osteuropas einschließlich der Infrastruktur entstehen.

Dumitrel machte in den Gesprächen kein Hehl daraus, dass er große Erwartungen in die gemeinsam unterzeichnete Vereinbarung setzt. Er vertraue der „Deutschen Marke“, sagte er.

Bis zum Herbst sollen jetzt beiderseitig konkrete Projekte fixiert werden, die realisierbar sind.

Landrat Torsten Uhe lud den Präsidenten zum Neujahrsempfang im Januar 2019 ein, worüber sich Ion Dumitrel sehr freute.

Die Prignitzer Delegation in Alba Iulia. Foto: Landkreis Prignitz
Die Prignitzer Delegation in Alba Iulia. Foto: Landkreis Prignitz

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