Fledermäuse können Tollwut übertragen

20.08.2019

Hinweise zum Umgang mit verletzten Tieren

Fledermaus / Foto: Helmut Kaltenleitner  / pixelio.dezoom

Fledermäuse sind nützliche und durch das Naturschutzgesetz streng geschützte Tiere, die viele Menschen faszinieren. Darum ist es verständlich, dass sich Naturfreunde für Fledermäuse engagieren und verletzten oder flugunfähigen Tieren helfen wollen. Dabei ist unbedingt zu beachten: Das Tier nie ungeschützt, sondern nur mit dicken Handschuhen anfassen! Fledermäuse können die Fledermaustollwut übertragen. Das sogenannte Europäische Fledermaus-Lyssavirus unterscheidet sich zwar von der klassischen Fuchstollwut, kann für den Menschen aber genauso gefährlich sein.

Der Prozentsatz an Tollwut erkrankter Fledermäuse ist bisher nicht bekannt, da es nur Zufallsbefunde gibt. In diesem Jahr wurden in Deutschland bisher 4 Fälle von Fledermaustollwut gemeldet, davon ein Fall im Land Brandenburg. Dieser kam erstmalig aus dem Landkreis Prignitz. 2018 wurden insgesamt 18 infizierte  Fledermäuse in Deutschland gefunden, davon vier in Brandenburg.

Grund zur übertriebenen Sorge besteht aber nicht: Die Tollwut wird ausschließlich über Speichel auf Hautwunden übertragen. Von Kot geht keine Gefahr aus. Ohne direkten Kontakt zu den Tieren sind auch Hausbesitzer mit einem Fledermausquartier, zum Beispiel im Dachstuhl oder Keller, keiner erhöhten Gefahr ausgesetzt. Solange man die Tiere nicht anfasst, werden selbst tollwütige Fledermäuse Menschen nicht angreifen.

Beim Auffinden eines verendeten bzw. offensichtlich verhaltensgestörten Tieres wenden Sie sich bitte an den Sachbereich Veterinäraufsicht und Verbraucherschutz (Telefon 03876-713 411, veterinaeramt@lkprignitz.de), Meldungen über verletzte Tiere nimmt die untere Naturschutzbehörde (Telefon 03876 713-731, unb@lkprignitz.de)  entgegen.

Sollten Sie dennoch von einer Fledermaus gebissen worden sein oder über Hautwunden mit dem Speichel einer Fledermaus in Kontakt gekommen sein, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Legen Sie dort auch Ihren Impfausweis vor. Der Arzt wird mit Ihnen entscheiden, ob eine prophylaktische Tollwutimpfung erfolgen muss und kontrolliert, ob ein vollständiger Tetanusimpfschutz besteht.

© Landkreis Prignitz 


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