Vier Länder, vier Leitstellen, ein Hubschrauber

05.09.2019

Fachsymposium zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Vierländereck

Lutz Dieckmann, Ärztlicher Leiter des Prignitzer Rettungsdienstes, moderierte das Symposium mit 35 Teilnehmern aus vier Bundesländern.  Foto: Landkreis Prignitz zoom

Zu einem Symposium im Vierländereck hatten der Landkreis Prignitz und die ADAC Luftrettung nach Perleberg eingeladen. Unter dem Titel „Vier Länder, vier Leitstellen, ein Hubschrauber“ ging es um die Verbesserung der Zusammenarbeit von Rettungsdienst, Leitstellen, Brand- und Katastrophenschutz sowie ADAC Luftrettung in der Gefahrenabwehr und gegenseitigen Unterstützung bei landkreisübergreifenden Szenarien.

„Wir haben konstruktive und neue Aspekte der Zusammenarbeit besprochen“ resümierte der Ärztliche Leiter des Prignitzer Rettungsdienstes Lutz Dieckmann die Ergebnisse der Fachtagung. Seit 27 Jahren arbeitet er beim Rettungsdienst. „Es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den Leitstellen aber dennoch sind sie unterschiedlich organisiert bis hin zu föderalen Gesetzen und Regelungen trotz gleicher Aufgabenstellungen“, umreißt er die Problematik. Deutlich wird das u.a. bei den unterschiedlichen Hilfsfristen, die in den einzelnen Ländern zwischen 10 und 15 Minuten liegen. Die Tagung habe ihm ganz viel Input gegeben, so Dieckmann. Entscheidungsprozesse in schwierigen Zeiten seien einfacher zu realisieren, wenn man seine Partner vorher auch persönlich kennengelernt hat, ist er überzeugt.

Dem pflichtet Marcus Bethmann, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Prignitz, bei. Die Zusammenarbeit funktioniere bereits recht gut, wie einige Einsätze und Übungen unter Beweis gestellt haben. Er erinnerte dabei an die Waldbrandübung 2018 in Nitzow, die Bekämpfung des Brandes am Dämmstoffwerk 2016 in Wittenberge oder die Tierseuchenübung 2015 in Beuster. 

Auf dem Symposium erhielten die Regionalleitstellen aus Potsdam, der Altmark, Lüchow-Dannenberg und Schwerin die Gelegenheit, ihre Möglichkeiten und Arbeitsweisen ganz praktisch vorzustellen. Die Leitstelle aus Lüchow regte an, die Waldbrandschutzkarten, die an den Kreisgrenzen meistens zu Ende sind, gegenseitig in das Geoinformationssystem einzupflegen. Dr. Thomas Elste, Leitender Hubschrauberarzt der ADAC Luftrettung in Perleberg, sprach Besonderheiten des taktischen Einsatzes von Christopher 39 an. Seit 2008 ist der Helikopter am Kreiskrankenhaus stationiert, fliegt etwa 1000 Einsätze im Jahr in allen vier Bundesländern. 

Landrat Torsten Uhe machte deutlich, dass auf Arbeitsebene in den vier Landkreisen schon sehr gut zusammengearbeitet wird. „Aber es kommen unruhige Zeiten auf uns zu“, verwies er auf ein Diskussionspapier des Bundesgesundheitsministeriums zur Gesundheitsvorsorge. Alle vier Landkreise müssten sich stark machen und in die Debatte einbringen, damit die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum adäquate Berücksichtigung findet wie in den Ballungsgebieten, sagte er.

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