Wittenberge ist noch sicherer geworden

20.08.2021

Minister weiht neuen Hochwasserschutzabschnitt ein

Mit Elbwasser wurde der neue Deich bei der offiziellen Übergabe getauft. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Gemeinsam mit dem Landrat der Prignitz, Torsten Uhe, und Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann übergab Umwelt- und Klimaschutzminister Axel Vogel am Donnerstag in Wittenberge eine für den Hochwasserschutz in der Region bedeutende Baumaßnahme: Entlang der Elbstraße in Wittenberge wurden die Erhöhung eines kritischen Deichabschnitts und eine Hochwasserschutzwand sowie die Ertüchtigung der Elbstraße abgeschlossen.

Beim Hochwasser 2013 haben zahlreiche Helfende von Feuerwehr und Polizei, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Freiwillige die Altstadt Wittenberge durch einen errichteten Notdamm und mit einem massiven Sandsackwall auf rund 500 Meter Länge gegen die Überflutung geschützt. Die jetzt übergebene „Elbstraße Wittenberge“ verbessert den Hochwasserschutz im Altstadtbereich zwischen der westlichen Zufahrt zum Nedwighafen und dem Betriebsgelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

Prominenter Applaus  für den ersten Radler, dem der neue Abschnitt offenbar gut gefällt. Foto: Landkreis Prignitzzoom

 „Der Klimawandel zwingt uns, uns gleichzeitig auf Wetterextreme wie Dürreperioden mit Wassermangel und lokalen Extremniederschlägen und zugleich auf langanhaltende Hochwässer vorzubereiten und besondere Vorsorge zu treffen“ sagte Axel Vogel. Und weiter: „Das Elbe-Hochwasser 2013 erreichte mit 785 Zentimetern hier am Pegel Wittenberge den höchsten jemals registrierten Wert. Auf den Tag genau vor anderthalb Jahren habe ich am 19. Februar 2020 den Beginn dieses Bauvorhabens besichtigt – heute freue ich mich, die jetzt fertige Hochwasserschutzanlage Elbstraße Wittenberge abnehmen zu können und danke allen Beteiligten für ihr Engagement.“

„Die Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland in diesem Ausmaß hat uns sehr betroffen gemacht“, erinnerte Torsten Uhe an aktuelle Ereignisse. „Umso wichtiger ist es, vorbeugend den Hochwasserschutz umzusetzen. Hier sind wir dem Landesamt für Umwelt und seinen Mitarbeitern für die konstruktive und verbindliche Zusammenarbeit sehr dankbar. Es ist ihnen gelungen, schnelle und gute Lösungen zum Schutz der Einwohner von Wittenberge zu finden und zu realisieren“, führte er weiter aus. Und mit einem Augenzwinkern: „Vielleicht ist Wittenberge jetzt auch die Stadt in Brandenburg mit der längsten Uferpromenade – jedenfalls mit der schönsten!“

In einer Gemeinschaftsbaumaßnahme von Landesamt für Umwelt und Stadt, Stadtwerken und Eigenbetrieb Abwasser Wittenberge als Teil des Stadt-Umland-Wettbewerbs wurden der Deich ertüchtigt sowie die beim Elbehochwasser 2013 an Fahrbahn und Nebenanlagen der Elbstraße verursachten Schäden beseitigt. Eine besondere Aufgabe waren dabei die zeitgleiche Erneuerung von Straße und Hochwasserschutzanlage sowie die Umverlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen in der Elbstraße. Die Arbeiten erfolgten nach der Einrichtung der Baustelle im Dezember 2019 und dem Baustart im Februar 2020 innerhalb des Zeitplans. Das Einbringen der Spundwand für den Hochwasserschutz konnte trotz Herausforderungen für den Lärm- und Vibrationsschutz schnell und effizient umgesetzt werden. Einmalig in Bran-denburg kamen Gestaltungselemente für die wasserseitige Befestigung des Deiches um Einsatz, die Besucherinnen und Besucher zum Verweilen einladen. Von den 3,4 Millionen Euro Investitionskosten förderte die Europäische Union 80 Prozent aus EFRE-Mitteln; 20 Prozent kommen vom Land Brandenburg.

© Landkreis Prignitz 


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