Die Verkehrswende in Nordbrandenburg und Südmecklenburg gemeinsam gestalten

22.12.2021

Mit einem gemeinsamen Brief haben sich die Landräte von Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz, Ralf Reinhardt und Torsten Uhe, an Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig gewandt, um für eine Rückkehr des Personennahverkehrs auf der Bahnstrecke von Neustadt (Dosse) über Meyenburg und Karow bis nach Güstrow zu werben.

In dem Schreiben weisen die beiden Landräte darauf hin, dass die Strecke als klimaschonende Transportvariante für die Region viel zu bieten habe, wenn sie denn auch in Mecklenburg-Vorpommern als nutzbare Verbindung im öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung stünde. 

 

In den vergangenen Jahrzehnten sei der Bahnverkehr im ländlichen Raum leider in großem Umfang reduziert und eingestellt worden, heißt es in dem gemeinsamen Brief. Als Beispiele wird auf die Orte und Verbindungen wie Meyenburg-Karow und Wittstock/Dosse-Mirow verwiesen. Die Bahnverbindung von Neustadt (Dosse) über Pritzwalk-Meyenburg-Plau am See-Karow-Krakow nach Güstrow habe den Personenverkehr nördlich Meyenburgs im Jahre 2000 gänzlich verloren. Nur durch glückliche Umstände und viel privates und öffentliches Engagement sei der Schienenstrang noch bis heute für Güterzüge und Gelegenheitsverkehre befahrbar, was aber leider zu selten geschehe. 

 

Seit 2013 unterstützen die beiden Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Prignitz die Aufrechterhaltung des Personennahverkehrs im brandenburgischen Abschnitt bis Meyenburg jährlich mit erheblichen Summen. Aber das sei für die Region nicht ausreichend, so die Landräte. "Schrittweise erfolgen Modernisierungen und Ertüchtigungsinvestitionen, die zum einen die Betriebsabläufe und Kostensituation verbessern und zum anderen die Streckengeschwindigkeit und Reisezeiten verbessern. Dennoch sind die miteinander in Abhängigkeit stehende Qualität und Nutzungsfrequenz der gesamten Verbindung bis heute auf keinem befriedigenden Stand. Dabei könnte diese Strecke viel mehr bieten, wenn sie auch in Ihrem Bundesland als nutzbare Verbindung im öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung stünde", heißt es in dem Schreiben an die Ministerpräsidentin. Zugleich wird auf die bereits bestehenden und interessanten Umsteigemöglichkeiten von und nach Berlin hingewiesen, etwa in Neustadt (Dosse) und Pritzwalk, die es künftig besser zu nutzen gelte. 

 

"Unser Appell richtet sich an Sie und Ihr Bundesland, im Zuge der Klimapolitik und der Verkehrswende den Blick auf diese Linie zu richten. Hier kann quasi im Bestand ein Massenverkehrsmittel wieder im Wortsinne 'auf das Gleis gesetzt' werden und eine echte Alternative und Aufwertung für Reisende auch auf mittleren bis längeren Entfernungen angeboten werden", schreiben die Landräte und verweisen auch darauf, dass diese Relationen und Destinationen derzeit mangels anderer Möglichkeiten ausschließlich über den motorisierten Individualverkehr abgedeckt werden.

 

Durch zahlreiche Gespräche mit dem Land Brandenburg habe man das positive Signal für eine langfristige Zukunft und damit eine Angebotsverbesserung der Linie von Neustadt (Dosse) bis Meyenburg erhalten. Auch mit den bereits erwähnten Modernisierungen würden für eine Weiterführung und Verknüpfung mit dem südlichen Mecklenburg merklich bessere Voraussetzungen geschaffen. Die alleinige Nutzung der "Nord-Süd-Strecke" über Plau am See mit einem touristischen Zugbetrieb könne einen Erhalt dieser für das gesamtdeutsche Schienen-Netz wichtigen Eisenbahninfrastruktur langfristig nicht sichern, so Ralf Reinhardt und Torsten Uhe. 

 

Abschließend signalisieren die Landräte in ihrem gemeinsamen Brief an die Ministerpräsidentin die Bereitschaft zu einem Dialog, um für die gesamte Region zukunftsfähige Perspektiven zu schaffen: "Ein Schicksal wie zwischen Wittstock und Mirow mit komplett erfolgtem Rückbau aller Gleise droht schlussendlich auf der Achse Meyenburg-Plau-Güstrow. Gerne sind wir zu weiteren Gesprächen bereit, wie auch der öffentliche Personennahverkehr den ländlichen Raum in Südmecklenburg und Nordbrandenburg - natürlich vorzugsweise mit innovativen klimaschonenden Antrieben - zurückerobern oder zumindest aufrecht erhalten werden kann." 

 

© Landkreis Prignitz 


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