Forschungs- und Grabungsarbeiten können fortgesetzt werden

19.07.2022

Fördergelder für das Königsgrab Seddin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert mit 300 000 Euro die Forschungs- und Grabungsarbeiten im Umfeld des Königsgrabes Seddin. Der Brandenburgische Landesarchäologe Prof. Dr. Franz Schopper zeigte sich gestern am Grabhügel überglücklich über die Bewilligung der Fördermittel, die in den nächsten drei Jahren ausgereicht werden. „Im ersten Anlauf wurden die Gelder zugesprochen, was deutlich macht, dass Seddin bereits eine bedeutende Marke in der bronzezeitlichen Siedlungslandschaft darstellt, die es weiterhin zu erforschen gilt“, sagte er. Nördlich des Grabs, in einer Entfernung von etwa 1000 m, befindet sich das sogenannte „Wickbold'sche Wäldchen“ mit einem ausgedehnten Grabhügelfeld und weiteren

ehemaligen Großgrabhügeln. Zwischen Grabhügel und Wäldchen, annähernd mittig von einem kleinen Wasserlauf durchflossen, zeichnet sich ein ausgedehntes Siedlungsareal der gleichen Zeitstellung ab. Prospektionsgrabungen erbrachten viele Befunde. Um ein fundiertes Gesamtbild der Siedlung gewinnen zu können, sollen hier weitere Untersuchungen stattfinden.

Dr. Immo Heske, der seit mehreren Jahren in Sommerkursen Ausgrabungen am Königsgrab mit Studierenden der Universität Göttingen leitet, freute sich ebenso, dass die Arbeiten dank der Genehmigung der Gelder fortgesetzt werden können. „Wir wollen mehr über die Ausdehnung einer möglichen Besiedelung erfahren“, verriet er. „Wie intensiv sind die Siedlungen damals gebaut worden, wie haben sich die Bewohner ernährt, welches Getreide wurde in der Bronzezeit angebaut oder welchen Zusammenhang gibt es zum Grabhügel des Königs Hinz - das sind Fragen, denen wir auf die Spur kommen wollen“, sagte Imme.

„Mit den vielen Protagonisten vor Ort haben wir gute Voraussetzungen, neue Erkenntnisse zum Umfeld des Grabhügels zu gewinnen“, sagte Gordon Thalmann als Leiter der unteren Denkmalschutzbehörde. Er dachte in diesem Zusammenhang an die ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, die Gemeinde Groß Pankow aber auch an die hiesige Agrargenossenschaft, die die bronzezeitlichen Forschungen seit Jahren unterstützen und somit die kulturhistorische Vermarktung dieses Leuchtturms der Zentralen Archäologischen Orte der Prignitz für die interessierte Öffentlichkeit unterstützen. So wird es am 10. September 2022 einen Neustart der legendären König-Hinz-Performance in Seddin geben.

Die Ausgrabungen im Umfeld des Königsgrabs Seddin können Dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft fortgesetzt werden. Darüber freuen sich Prof. Dr. Franz Schopper, Bürgermeister Marco Radloff, Dr. Immo Heske, Gordon Thalmann und Jens May, Gebietsarchäologe am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege (v.l.). Foto: Landkreis Prignitz
Die Ausgrabungen im Umfeld des Königsgrabs Seddin können Dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft fortgesetzt werden. Darüber freuen sich Prof. Dr. Franz Schopper, Bürgermeister Marco Radloff, Dr. Immo Heske, Gordon Thalmann und Jens May, Gebietsarchäologe am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege (v.l.). Foto: Landkreis Prignitz

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