Fördergelder für neues Projekt zum Schutz der Bachmuschel

03.08.2022

Umweltminister Vogel besichtigt Naturschutzmaßnahmen an der Stepenitz

Zwei Millionen Euro stellt die EU für weiteren Naturschutz an der Stepenitz zur Verfügung. Der Lebensraum der Bachmuscheln soll verbessert werden. Umweltminister Axel Vogel (m.) machte sich ein Bild davon in Klein Linde. Foto: Landkreis Prignitzzoom

Über die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg stellt die EU zwei Millionen Euro mit einem neuen LIFE-Projekt der Prignitz zur Verfügung. Es soll den Lebensraum der inzwischen seltenen Bachmuschel in der Stepenitz erhalten und verbessern. „In diesem Fluss lebt der größte Bestand an Bachmuscheln in Brandenburg“, weiß Umweltminister Axel Vogel. Mehr als 400 000 soll es davon geben. Vogel machte sich am Dienstag ein Bild von den neuen und bereits laufenden Umweltprojekten entlang der Stepenitz.

Der Fluss zählt zu den saubersten in Brandenburg ist für das neue Projekt ob des Fischbestandes geradezu prädestiniert. Die Bachmuschel lebt im Larvenstadium parasitär und nistet sich hinter den Kiemen von Fischen ein. Wie bereits in den Nebenflüssen Dömnitz und Panke soll Kies in begradigte und ausgebaute Abschnitte der Stepenitz eingebaut werden. Der Kies stabilisiert die Gewässersohle, wird für mehr Dynamik im Fließgeschehen sorgen und zudem neue Laichplätze und Habitate für Lachse und Bachmuscheln bieten.

Um die Arten- und Lebensraumvielfalt im Fluss und in dessen Auen zu erhalten, setzte die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg, deren Vorsitzender Axel Vogel ist, mit Unterstützung des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz, des Landesanglerverbandes Brandenburg und des Instituts für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow bereits zahlreiche Wasserbau- und Artenschutzmaßnahmen um. Dabei profitiert die Stiftung von der langjährigen und erfolgreichen Arbeit der zahlreichen Akteure, wie zum Beispiel dem seit über 20 Jahren laufenden „Elblachs 2000“-Projekt. „Dass hier Lachse schwimmen und in den angrenzenden Auwäldern Schwarzstörche brüten, ist eine echte Besonderheit für Brandenburg. Ich bin froh, dass so viele Akteure gemeinsam mit dem NaturSchutzFonds erfolgreich an der Stepenitz aktiv sind, um diese bemerkenswerte Vielfalt zu erhalten“, sagt Umweltminister Axel Vogel.

Um Sediment- und Nährstoffeinträge in die Stepenitz zu reduzieren, hat die Stiftung zum Beispiel auf ungenutzten Flächen bei Rohlsdorf, Klein Linde und Hellburg Entwässerungsgräben verschlossen. Davon profitiert auch der Wasserhaushalt in den Auenflächen beiderseits des Flusses.

Nördlich von Kreuzburg hat der Wasser-und Bodenverband Prignitz im Auftrag der Stiftung einen alten Rohrdurchlass durch eine durchfahrbare Kiesfurt ersetzt. Diese Maßnahme kommt Mensch und Natur gleichermaßen zugute: Im Hochwasserfall kann die Stepenitz nun leichter in einen Altarm fluten, der dann zu einem wichtigen Amphibien- und Libellenhabitat wird, weil das Wasser hier länger stehen bleibt.

Darüber hinaus sind Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen an den Retziner Teichen geplant.

98 Naturschutzprojekte hat der NaturSchutzFonds Brandenburg bislang im Landkreis Prignitz gefördert und 64 eigene Projekte realisiert. Bei Gesamtkosten dieser Maßnahmen in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro konnte die Stiftung rund 6,2 Millionen Euro zur Finanzierung beisteuern.

Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Umwelt im Landkreis Prignitz, lobte explizit das Engagement des NaturSchutzFonds für die Stepenitz und in der Prignitz. „Wir sind der Arbeit des NauturSchutzFonds sehr dankbar, weil sie in Zusammenarbeit mit dem Wasser- und Bodenverband und dem Landesanglerverband positive Wirkungen auf Umwelt und Natur in unserer Region hat“, so Lindow.

© Landkreis Prignitz 


Berliner Str. 49 -  19348 Perleberg -  Telefon: 03876 - 713-0  -   Fax: 03876 - 713-214
Seitenmotiv