14.01.2026
Entscheidungen dringend erforderlich
Da sich der Eichenprozessionsspinner im Sommer 2025 aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Frühjahr unerwartet stark ausgebreitet hatte, ist 2026 eine umfangreichere Bekämpfungsaktion aus der Luft und vom Boden aus erforderlich, die auch höhere Kosten verursachen wird. Die betroffenen Gebiete müssen dabei diesmal lückenlos erfasst werden, etwa dort, wo Ortslage, Deich und Wald eng beieinander stehen und im vergangenen Jahr der Befall besonders stark war.
Erforderlich ist daher
diesmal erstmals seit 2021 auch eine EPS-Bekämpfung aus der Luft. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:
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Es
gibt mehr Befall als in den vergangenen Jahren.
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Nur
vom Boden aus ist die EPS-Bekämpfung in den großen Eichen nicht so wirksam.
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An
viele Stellen kommt man mit Bodenfahrzeugen gar nicht hin.
Geschätzt wird, dass diesmal etwa 600 Hektar Fläche und 4.000 bis 5.000 Bäume behandelt werden müssen. Dafür laufen seit Monaten umfangreiche Vorbereitungen. So haben sich in einer interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) am 20. November 2025 alle Beteiligten, zum Beispiel auch die Landesforst, zu der Notwendigkeit einer solchen groß angelegten Aktion bekannt.
Einige Entscheidungen, die darauf folgen müssen, stehen jedoch noch aus. Ein Termin dazu mit dem Landesamt für Umwelt war im Dezember abgesagt worden – einen neuen Termin gibt es noch nicht. Das LfU hatte zuvor die Bekämpfung aus naturschutzrechtlichen Gründen abgelehnt.
Die Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßenwesen ist hingegen gesichert. Auch der Landesbetrieb Forst hat seine anfänglich ablehnende Haltung korrigiert: In dieser Woche teilte er mit, dass er die Bekämpfung unterstützt. Darin miteingeschlossen sind auch auch private Waldflächen. Aus Sicht des Landkreises Prignitz ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung. Nachdem zwei von drei beteiligten Landesbehörden zugestimmt haben, fehlt jetzt nur noch die abschließende Entscheidung des LfU. Auch dessen Zustimmung ist für eine erfolgreiche Bekämpfung erforderlich. Wir sind aber zuversichtlich, dass auch das LfU zeitnah seine Bedenken beiseite räumt und seine Zustimmung zu der Aktion gibt. Für die Vorbereitung der Bekämpfung ist eine schnelle Entscheidung dringend nötig.
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist eine kommunale Aufgabe, für die wir als Landkreis Prignitz gleichwohl seit Jahren die Koordinierung und auch weiterhin zu 50 Prozent freiwillig die Kosten übernehmen, die für die Kommunen bei der Bekämpfung anfallen. Natürlich trägt der Landkreis Prignitz vollständig die Ausgaben in seiner Zuständigkeit, so bei der Bekämpfung des Schädlings entlang von Kreisstraßen.
2025 wurden rund 13.000 Bäume landkreisweit behandelt, um so den Schädling mit einem biologischen Mittel vor der Ausbildung der gesundheitsschädlichen Brennhaare zu bekämpfen, dies allerdings ausschließlich vom Boden.
Die EPS-Bekämpfungsaktion gibt es seit 2013. Sie wird jährlich gewissenhaft auf der Basis der aus dem Vorjahr bekannten EPS-Vorkommen durchgeführt.
© Landkreis Prignitz
