Potsdamer Studierende nehmen Kirchentüren in der Prignitz unter die Lupe

08.04.2026

Bislang sind sie noch kaum erforscht, aber für Tamara Asmellash und Jonas Gieschke stellen sie ein ganz besonderes Thema dar.

Im Fokus der Betrachtung stand insbesondere die Tür im Westportal der Uenzer Kirche. Foto: Caroline Hähnel/Landkreis Prignitzzoom

Zumeist geht man achtlos an ihnen vorbei oder durch sie hindurch, doch bei genauer Betrachtung können sie so manche spannende Geschichte aus der Vergangenheit erzählen: die mittelalterlichen Bohlentüren in Prignitzer Kirchen.  

Die beiden Studierenden der Fachhochschule Potsdam haben sich dafür entschieden, ihre Bachelorarbeiten im Studiengang „Konservierung und Restaurierung“ den hölzernen Türen ausgewählter Prignitzer Dorfkirchen zu widmen. Nachdem sie sich während einer ersten Rundfahrt durch die Region bereits einen Überblick verschafft hatten, besuchten sie Ende März nochmals speziell die Kirchen in Uenze und Triglitz, um die dortigen Türen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Fachkundig begleitet wurden sie dabei von Gordon Thalmann, Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur in der Kreisverwaltung Prignitz, und seinem Kollegen, dem Diplom-Restaurator Ronny Stiegert, sowie von der Professorin für Konservierung und Restaurierung – Holz Dr. Angelika Rauch von der FH Potsdam, deren Kollegen Diplom-Restaurator Jörg Weber, Werkstattleiter der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung, von Diplom-Restauratorin Dörte Busch vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und vom Restaurator Gerald Grajcarek M.A.

Studierende leisten Pionierarbeit

An der Uenzer Kirche sind es sogar gleich zwei Bohlentüren, die spannende Fragen für die Studierenden aufwerfen. Im Fokus steht dabei insbesondere die zeitliche Einordnung, die Auskunft geben kann über die Baugeschichte der Kirche insgesamt, wie Jonas Gieschke erläuterte: „Es geht um Fragen wie: Wo war die Tür ursprünglich verbaut? Inwieweit lassen sich Türen in der Prignitz vergleichen? Was sagen sie uns über Herstellungstechniken?“

Mit ihrer Forschung leisten die beiden Studierenden Pionierarbeit, denn die mittelalterlichen Bohlentüren in Prignitzer Gotteshäusern sind bisher noch nicht wissenschaftlich untersucht worden, betont Gordon Thalmann: „Das Spannende ist, dass bei Kirchenbauten oft die Architektur und Dachkonstruktionen im Vordergrund stehen und man auf bestimmte Ausstattungsteile – wie eben Türen – nicht so achtet. Das ist noch ein interessantes Forschungsfeld für die Kunstgeschichte mit vielen Fragen. Wie ist die Bauweise der Türen, gibt es besondere Bearbeitungsspuren? Von wem wurden die Türen hergestellt? Sind regionale Zuweisungen möglich?“

Um hierauf Antworten zu finden, untersuchen Tamara Asmellash und Jonas Gieschke unter anderem noch vorhandene Farbfassungen, etwaige Verzierungen, Schlösser und natürlich die genaue Bauart der Türen. Nähere Angaben über das Alter der Bohlentüren soll zudem eine dendrochronologische Analyse erbringen. Daher werden sie in den kommenden Monaten voraussichtlich einmal wöchentlich vor Ort in der Prignitz sein.

© Landkreis Prignitz 


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