28.04.2026
Die erste Phase für die Umgestaltung des Speichers Preddöhl hin zu einem Landschaftssee hat begonnen. Unter Federführung des Prignitzer Wasser- und Bodenverbandes wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet
Finanziell fördert die Investitionsbank des Landes (ILB) das rund 200.000 Euro teure Vorhaben. In dieser Woche hat sich Manuela Heise, Bereichsleiterin Infrastruktur, persönlich im Rahmen eines Arbeitsbesuchs über das Vorhaben und die Hintergründe informiert.
Festgestellte technische Mängel und ein fehlender Betreiber machten 2018 ein sofortiges Handeln notwendig. Der Wasser- und Bodenverband Prignitz (WBV) tritt seitdem als Notbetreiber auf. Die Alternative dazu war wenig verlockend: Das Wasser abfließen zu lassen und den See aufzugeben. Landkreis, anliegende Gemeinden und Anwohner sprachen sich dagegen aus.
Neben dem Speicher Sadenbeck und dem Rudower See ist das Preddöhler Gewässer das einzige weitere große Oberflächengewässer im Landkreis. „Für den regionalen Wasserhaushalt und als Naherholungsgebiet ist der Erhalt von immenser Bedeutung“, erklärte Marc Frankowiak, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.
Die befürchteten Mängel sind nach diversen Untersuchungen nicht so gravierend wie zunächst angenommen. Unter anderem überprüften Taucher Ende 2025 den Grundablass. „Er ist funktionstüchtig“, sagte Frank Schröder, Geschäftsführer des WBV. In Kürze wird ein kontrollierter Probeablass durchgeführt.
Dennoch belaufen sich die Unterhaltskosten pro Jahr auf rund 20.000 Euro. Diese finanzieren der Landkreis Prignitz und die anliegenden Gemeinden Kümmernitztal und Gerdshagen (beide Amt Meyenburg). Perspektivisch könnten sich der Betrag auf nur noch rund 3000 Euro reduzieren, wenn der Speicher zum Landschaftssee umgewandelt ist. Den Weg dahin skizziert Frank Schröder.
Ende 2027 wird die Machbarkeitsstudie vorliegen. In einem zweiten Schritt sollen die nötigen Umbauarbeiten geplant werden. Baubeginn könnte 2030 sein. Für diese beiden Phasen will man erneut Fördermittel bei der ILB beantragen. Manuela Heise habe jetzt eine konkrete Vorstellung von diesem Projekt, könne die Argumente für den Erhalt des Gewässers gut nachvollziehen.
Landrat Christian Müller nutzte den Termin und bedankte sich beim WBV, dass er die Verantwortung übernommen hat und die Anlage vorübergehend betreibt. „Zugleich bin ich dankbar, dass wir uns gemeinsam der Herausforderung stellen, den See für unsere Region zu erhalten und das Projekt gemeinsam finanzieren“, sagte Christian Müller. Das sei ein gutes Beispiel, wie Landkreis, Kommunen und regionale Akteure wie der WBV in der Prignitz zusammenarbeiten.
Ganz praktisch hat sich das auch beim Besuch von Manuela Heise gezeigt. Mitarbeiter des Landkreises führten für den Wasser- und Bodenverband eine Vermessung durch. „Wir ermitteln erstmals Lage und Höhe des Deichs“, erklärte Vermessungsingenieur Fred Dummer. Jährlich werden die Messungen wiederholt, die Werte miteinander abgeglichen, um die Standsicherheit des Deichs zu überprüfen – eine weitere der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen. Diese Aufgabe hat das Katasteramt im Rahmen der Amtshilfe für die Untere Naturschutzbehörde übernommen. Eine Lösung, die Kosten spart und für den WBV eine wichtige Unterstützung bedeutet, hob Jan Schröder hervor.
Technische Daten
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Baubeginn: 1989
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Bauende: 1992
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Bauherr: WWD Oder / Havel
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Baubetrieb: VE Meliorationskombinat Potsdam
Stausee
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Maximale Längsausdehnung: 2,2 Kilometer
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Maximale Breite: 0,6 Kilometer
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Überstaute Fläche: 51 Hektar
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Speichervolumen: 1,18 Millionen Kubikmeter
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Zufluss: Kümmernitz
Staudamm
· Maximale Dammhöhe: 9 Meter, Dammlänge 157 Meter
Randgraben (Umgehungsgerinne)
· 2.400 Meter
© Landkreis Prignitz
