30.04.2026
Landkreis Prignitz stellt Katzen-Kastrationsprojekt vor
Der Tierschutz rückt wieder stärker in den Fokus der Landespolitik: In Potsdam findet am 30. April 2026 nach längerer Pause wieder eine landesweite Tierschutzkonferenz statt. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen - insbesondere der Umgang mit streunenden Katzen sowie die Unterstützung der Tierschutzvereine im Land Brandenburg.
Auch der Landkreis Prignitz ist auf Wunsch und Einladung der Landesregierung bei der Konferenz vertreten und bringt seine praktischen Erfahrungen in die Diskussion ein. Mit einem Projekt zur Kastration streunender Katzen konnte die Kreisverwaltung seit 2025 lokal bereits mit konkreten Maßnahmen unterstützen. Dabei setzt das Veterinäramt des Landkreis Prignitz gezielt auf die Zusammenarbeit mit den regionalen Tierschutzvereinen, Kommunen und Ordnungsämtern (siehe Pressemitteilung Nr. 34 vom 19. Februar 2026).
Ein Schwerpunkt der Konferenz in Potsdam liegt auf der Frage, wie bestehende Unterstützungsangebote weiterentwickelt werden können. Trotz vorhandener Förderprogramme zeigt sich in der Praxis, dass die zur Verfügung stehenden Mittel häufig nicht ausreichen, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.
Der Prignitzer Landrat Christian Müller hatte sich erst kürzlich an den Ministerpräsidenten Dietmar Woidke gewandt und auf die bestehenden Herausforderungen im Tierschutz hingewiesen. Dazu zählen unter anderem die begrenzten Fördermöglichkeiten sowie die hohe Belastung der überwiegend ehrenamtlich getragenen Strukturen in den Tierheimen und Tierschutzvereinen. In einem Schreiben bat Landrat Christian Müller den Ministerpräsidenten darum, das gute Format der Tierschutzkonferenz fortzusetzen.
„Tierschutz ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Umso wichtiger ist der direkte Austausch zwischen Land, Kreis, Kommunen und den engagierten Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Wir begrüßen das Einberufen der Tierschutzkonferenz sehr“, betont Landrat Christian Müller.
Im Rahmen des Prignitzer Kastrations-Projektes werden sogenannte Brennpunkte in der Region in den Blick genommen – also Orte, an denen sich größere Populationen streunender Katzen angesiedelt haben. Dort werden die Tiere durch die Vereine und Ordnungsämter gesichert und anschließend durch das Veterinäramt fachgerecht kastriert und medizinisch versorgt. Allein im vergangenen Jahr konnten so rund 70 Katzen kastriert werden. Mit diesem Jahr sind es bereits 120 Tiere. Aktuell sind etwa zehn solcher Brennpunkte im Landkreis bekannt.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen und damit langfristig Tierleid zu reduzieren. Streunende Katzen leben häufig im Verborgenen, sind gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und vermehren sich schnell. Bereits wenige Monate nach der Geburt können sie selbst Nachwuchs bekommen.
Mit der Teilnahme an der Tierschutzkonferenz bringt der Landkreis Prignitz seine Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung gezielt in den Dialog auf Landesebene ein. Ziel ist es, die Tierschutzarbeit langfristig zu stärken und gemeinsam mit dem Land Brandenburg und den lokalen Akteuren nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
© Landkreis Prignitz
