m Königsgrab Seddin geht es jetzt interaktiv in die Bronzezeit

30.04.2026

In Zusammenarbeit der Tourismus- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Prignitz und des Sachbereichs Denkmalschutz in der Kreisverwaltung sind drei Augmented Reality-Stationen entstanden.

Mit interaktiven Figuren wie einer Bronzezeit-Familie geht es am Königsgrab Seddin jetzt via Handy auf Zeitreise. Foto: Torsten Geue / Landkreis Prignitzzoom

Am Zentralen Archäologischen Ort (ZAO) Königsgrab Seddin können sich große und kleine Geschichts- und Archäologie-Fans seit Kurzem auf eine Zeitreise der ganz besonderen Art begeben. Mithilfe von Augmented Reality (AR) lassen sich die Geheimnisse der Grabanlage und ihres unmittelbaren Umfeldes jetzt interaktiv erkunden – ganz einfach mit dem Smartphone.

In Zusammenarbeit der Tourismus- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Prignitz und des Sachbereichs Denkmalschutz in der Kreisverwaltung sind drei AR-Stationen entstanden, welche die Besucherinnen und Besucher am Königsgrab über die „Brandenburg EntdeckAR-App“ auf eine virtuelle Erkundungstour mitnehmen. Für die technische Umsetzung zeichnete der Softwareentwickler „Zaubar“ verantwortlich, die inhaltliche Zuarbeit lieferten der Sachbereich Denkmalschutz, das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum sowie die Potsdamer Agentur „Kreativköpfe“.

Gefördert wurde das Projekt durch die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), die an sechs Orten im Land Brandenburg AR-Demonstratoren im Zuge einer Testphase installiert hat. Neben Seddin sind dies Brandenburg an der Havel, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, das Seenland Oder-Spree und der Spreewald. Unterstützung für die sechs AR-Demonstratoren kam von der Europäischen Union.

Mit Bronzezeit-Familie auf Entdeckungsreise

Begleitet werden die Nutzerinnen und Nutzer der App am Königsgrab Seddin von vier interaktiven Reisegenossen: dem fiktiven Archäologen Ingo Brinkmann und einer dreiköpfigen Bronzezeit-Familie – sozusagen den Zeitgenossen des sagenumwobenen „Königs Hinz“.

Während Experte Ingo Brinkmann spannende wissenschaftliche Daten und Fakten zu Grabhügel und –kammer liefert, Funde interpretiert und die Grabanlage in ihren weiteren bronzezeitlichen Kontext einordnet, zeigen sich Mutter, Vater und Tochter aus der Bronzezeit als ebenso neugierig wie die Nutzerinnen und Nutzer der AR-Stationen: Sie stellen viele Fragen und entdecken gemeinsam mit ihnen das Königsgrab.

An Station 1 werden zunächst allgemeine Informationen über den Grabhügel und dessen Funktion vermittelt.

Station 2 erzählt von der Entdeckung der Grabkammer im Jahr 1899 und gibt mittels eines 3D-Scans einen plastischen Eindruck davon, wie es im Inneren des Hügels vor rund 2800 Jahren ausgesehen haben dürfte. Auch die kostbaren Beigaben, die „König Hinz“ mit ins Jenseits nahm, können auf dem Bildschirm bewundert werden.

Station 3 schließlich öffnet den Blick für die Umgebung des Grabhügels, erzählt von bronzezeitlichen Feuerritualen, die sich dort vermutlich abgespielt haben, von der 2023 entdeckten „Halle des Königs“, dem benachbarten Teufelsberg und der Schwedenschanze als bronzezeitlicher Burganlage. Als besonderes Highlight wartet zum Abschluss ein Drohnenflug über das Areal.

Wer sich mit dem neuen AR-Angebot in die Vergangenheit entführen lassen will, findet die drei QR-Codes zum Einscannen an der Informationstafel unmittelbar am Königsgrab sowie an der Sprechsäule vor dem Eingang zur Grabkammer. Die Präsentation dauert insgesamt rund 20 Minuten. Um sämtliche Funktionen in der „Brandenburg EntdeckAR-App“ nutzen zu können, ist als Handy-Betriebssystem mindestens Android 14 bzw. iOS 17.6 erforderlich.

Geschichte erlebbar machen

Für Gordon Thalmann, Leiter des Bereiches Bildung, Denkmalschutz und Kultur in der Kreisverwaltung Prignitz, stellt das neue Angebot einen wichtigen Meilenstein für die langfristige Entwicklung des Archäologischen Parks Königsgrab Seddin dar: „Die AR-Stationen ermöglichen uns, Besucher direkt am Königsgrab noch besser abzuholen und Geschichte in der Prignitz auf besonders anschauliche Weise erlebbar zu machen, während die zukünftige Planung zur Gestaltung des Geländes Schritt für Schritt voranschreitet. Da die Anwendung digital ist, können wir neueste Grabungsergebnisse jederzeit einpflegen und so stets den aktuellsten Stand der Forschung vermitteln – ein innovativer Brückenschlag für den ZAO-Standort Seddin.“

© Landkreis Prignitz 


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