03.07.2026
Bei Temperaturen von über 40 Grad in einem liegen gebliebenen Zug retteten Prignitzer Einsatzkräfte in Karstädt am vergangenen Samstag rund 600 Passagiere. Mehrere von Ihnen bedankten sich anschließend beim Landkreis. Dieses Beispiel zeigt die gute Struktur und hohe Einsatzbereitschaft der Prignitzer Rettungskräfte.
In einem Dankesschreiben heißt es: „Wir waren von der professionellen Hilfe sehr beeindruckt. Ob Freiwillige Feuerwehr, DRK, Katastrophenschutz oder private Helfer, alle waren sehr motiviert, nett und sehr hilfsbereit. Bitte geben Sie unseren Dank an alle Beteiligten weiter.“ Ein anderer Reisender schreibt: „Was Sie und Ihre Mitstreiter in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben, verdient Respekt und Anerkennung.“
Marcus Bethmann, Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Prignitz, freut sich über diese Reaktionen. Dieser Dank gebühre den Feuerwehren aus der Gemeinde Karstädt, den Brand- und Katastrophenschützern und vor allem den Rettungsdienst Prignitz. Auch das Technische Hilfswerk (THW) war alarmiert und in Bereitschaft.
Was war passiert? Der Zug mit 600 Passagieren war Samstagabend auf dem Weg von Hamburg nach Berlin. Kurz vor Karstädt endete die Fahrt abrupt. Durch ein Unwetter waren Bäume umgestürzt, mehrere blockierten die Strecke. Einige waren auf die Oberleitung gefallen, sogar auf den Zug selbst. Die Feuerwehren waren bereits im Einsatz. 65 Mal mussten sie insgesamt ausrücken, unter anderem Waldbrände löschen. Der liegen gebliebene Zug hatte dann aber oberste Priorität für die Wehren aus der Gemeinde Karstädt.
Zunächst war es nicht möglich, die Zugtüren zu öffnen, da die zerstörte Oberleitung noch unter Strom stand. Im Zug wurde es schnell heiß und stickig, wie Fahrgäste berichteten. Mitarbeiter des Rettungsdienstes verschafften sich Zutritt, um besonders gefährdeten Personen zunächst helfen zu können.
Eine Diesellok zog den Zug nur bis ins wenige Kilometer entfernte Karstädt. Dort strandeten die 600 Passagiere auf dem Bahnsteig. Parallel war aber bereits eine große Hilfsaktion angelaufen. Feuerwehren brachten die Menschen in die Löcknitzhalle, wo sie von der Wasserwacht Karstädt betreut wurden. Zeitgleich brachte der Brand- und Katastrophenschutz (BKS) des Landkreises Feldbetten und Decken, sowie zwei Lkw mit Verfplegung. Es stand fest, dass eine Weiterfahrt erst am nächsten Morgen möglich sein würde.
„Die Passagiere waren sehr diszipliniert, haben alle mitgezogen und waren sehr dankbar für unsere Hilfe“, sagt Marcus Bethmann. Um 6.22 Uhr am Sonntagmorgen konnte ein großer Teil von ihnen in den ersten Zug nach Berlin einsteigen. Die restlichen Passagiere verließen Karstädt mit einem weiteren Zug nach 7 Uhr. Hilfreich war die zum Landkreis gehörende Verkehrsgesellschaft Prignitz. Der Geschäftsführer kam persönlich mit einem Bus, um Reisende zum Bahnhof zu fahren.
„Der Einsatz zeigt, dass unsere Rettungskräfte gut organisiert, miteinander vernetzt und auch am Wochenende schnell einsatzbereit sind. Ich danke allen, für dieses ehrenamtliche Engagement“, sagt Landrat Christian Müller.
© Landkreis Prignitz
