8. Blüthen-Tag: 270 Jungen und Mädchen tauchten ab in die Vergangeheit

07.07.2026

An neun verschiedenen Stationen lernten 270 Jungen und Mädchen beim 8. Blüthen-Tag, wie die Menschen früher auf dem Land gelebt und ihren Alltag gemeistert haben.

An der Teleskop-Station konnten die Kids einen Blick gen Himmel werfen. Auch Landrat Christian Müller (l.) und Christian Gadow, stellvetretender Bürgermeister der Gemeinde Karstädt, wagten einen Blick. / Foto: Gina Werthe, LK Prignitzzoom

Kreidetafeln statt Smartphone? Und dann auch noch helfen auf dem Acker, statt im Supermarkt einfach zu kaufen, worauf man Lust hat? Für jüngere Generationen ist das heutzutage kaum vorstellbar – vor über 100 Jahren war das jedoch Alltag etlicher Schülerinnen und Schüler. Kein Wunder also, dass die Augen der rund 270 Mädchen und Jungen der Grundschule Karstädt immer größer wurden, als sie am 7. Juli 2026 beim Blüthen-Tag eine Zeitreise in die Vergangenheit machten

Woher kommt der leckere Honig? Das lernten die Jungen und Mädchen der Grundschule Karstädt an der Imkerei-Station. / Foto: Gina Werthe, LK Prignitzzoom

Es war der 8. Blüthen-Tag zu dem der Förderkreis Prignitzer Museen und die Blüthener Dorfgemeinschaft geladen hatten. Mit großer Freude hat man dieses Angebot angenommen, wie Schulleiterin Dorit Ehlert und ihr Stellvertreter, Björn Menk, berichteten. „Der Blüthen-Tag mit all den verschiedenen Stationen passt toll in unseren Rahmenplan. Die Jungen und Mädchen lernen, wie der Alltag und die Landwirtschaft früher funktioniert haben und sie haben den direkten Vergleich zur heutigen Zeit. Sie können so viel interessantes Wissen vom heutigen Tag mit nach Hause nehmen. Und bei der Vielfalt an Stationen und Themen ist auch für jedes Kind etwas dabei. Ich meine, wie oft haben Kinder die Chance, mit einem Pferdekremser durchs Dorf zu fahren? Das ist für viele heute bestimmt das absolute Highlight“, so Dorit Ehlert.

Wer Müsli mag, war an der Station vom Kreisbauernverband genau richtig. Hier konnten die Kinder mithilfe einer Haferquetsche ihre eigenen Haferflocken für Zuhause herstellen. / Foto: Gina Werthe / LK Prignitzzoom

Kinder besuchen verschiedene Stationen beim Blüthen-Tag

Begrüßt wurden die Kinder nach einem musikalischen Einstieg durch die Blüthener Jagdhornbläser durch Renate Groenewegen, 1. Vorsitzende des Förderkreises Prignitzer Museen, der – gemeinsam mit dem Landkreis Prignitz, der Sparkasse Prignitz und vielen weiteren engagierten Förderern und Akteuren – diesen besonderen Projekttag möglich machte. Auch Landrat Christian Müller sprach zu den Jungen und Mädchen, die gespannt seinen Worten lauschten. Er zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung und Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler und animierte sie, nicht nur viel Spaß zu haben, sondern auch viele Fragen zu stellen und sich auf die Zeitreise einzulassen, bevor sie in wenigen Tagen in die Sommerferien starten.

Christian Müller: „Der Blüthen-Tag macht Geschichte für Kinder lebendig. Sie erleben hautnah, wie die Menschen früher auf dem Land gelebt und ihren Alltag gemeistert haben. Gerade in einer Zeit, in der das Handy und die schnelle Google-Suche selbstverständlichen geworden sind, sind solche Einblicke besonders wertvoll, um ein Stück weit Traditionen und unser kulturelles Erbe zu bewahren. Ich danke allen Beteiligten, Organisatoren und den Blüthenern, dass sie diesen Tag danke ihres großen Engagements jedes Jahr aufs Neue möglich machen.“

Einmal selber melken konnten die Schülerinnen und Schüler am Kuh-Dummy. 7 Foto: Gina Werthe, LK Prignitzzoom

Insgesamt warteten neun Stationen auf die Jungen und Mädchen: So lernten sie beispielsweise, woher der Honig kommt und wie ein Bienenvolk aufgebaut ist. Bei einem Quiz zu den verschiedenen Getreidesorten konnten Sie nicht nur ihr Wissen unter Beweise stellen, sondern auch selbst Hand anlegen und mithilfe einer Haferquetsche ihre eigenen Haferflocken für Zuhause herstellen. Große Landwirtschafts-Technik wartete auf dem Hof der Familie Jaeger. Hans-Ulrich Wolf erklärte, wie Schweinezucht funktioniert und bei Sven Beckerwert konnten die Kids mithilfe von Teleskopen einen Blick in den Himmel werfen. Erstmals war auch der Kreisbauernverband als Partner mit an Bord.

„Kinder sollten nicht nur in der Schule sitzen und theoretisch lernen, was eine Haferquetsche ist. Wenn die Jungen und Mädchen die Dinge selber mit ihren Händen erfühlen können, riechen können, können sie das neue Wissen viel besser verinnerlichen. Über die Jahre und Generationen gehen viel Wissen und Fertigkeiten verloren. Das wollen wir verhindern. Deswegen unterstützen wir solche außerschulischen Lernorte gerne. Und es freut uns sehr, dass auch unseren Förderern, wie dem Landkreis und explizit unserem Landrat Herrn Müller, solche Projekte am Herzen liegen“, erklärte Renate Groenewegen.

Die Mischung aus praktischer Erfahrung, spannender Geschichte und liebevoller Gestaltung machte den Blüthen-Tag erneut zu einem vollen Erfolg – dank des Engagements vieler Mitwirkender und der großen Neugier der Kinder. 

Bei einem Quiz konnten die Kinder ihr Wissen über Getreidesorten unter Beweis stellen. / Foto: Gina Werthe, LK Prignitz
Bei einem Quiz konnten die Kinder ihr Wissen über Getreidesorten unter Beweis stellen. / Foto: Gina Werthe, LK Prignitz

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