Aktuelle Information zur EPS-Bekämpfung

09.07.2026

Befall bei den Kommunen melden!

Aktuell gibt es einige Stellen mit Befall durch den Eichenprozessionsspinner (EPS), beispielsweise in Pritzwalk. Darüber wurde jetzt der Landkreis Prignitz informiert. Die Stadt will diese Stellen für die Bekämpfung im nächsten Jahr anmelden.

„Grundsätzlich sind wir ein Stück weit überrascht, dass es in dieser Intensität Meldungen über Nester gibt, die im letzten Jahr nicht sichtbar waren. Wir sind aber auf die Angaben der Kommunen angewiesen, denn nur die gemeldeten Bäume und Areale können wir von den beauftragten Firmen bekämpfen lassen“, ordnet Andreas Much, Sachbereichsleiter Ordnung Verkehr Bußgeldstelle in der Kreisverwaltung, aus Sicht des Landkreises die Lage ein.

Der Landkreis als Hauptkoordinator bündelt Interessen und Meldungen aller Kommunen. Zuständig für die Bekämpfung sind jedoch grundsätzlich die örtlichen Ordnungsbehörden. Insofern werden alle Betroffenen gebeten, sich an ihr jeweiliges örtlich zuständiges Ordnungsamt zu wenden. Diese nehmen jetzt die Meldungen zum EPS-Auftreten entgegen.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist bei einem Befall nur noch das Absaugen der Nester möglich.

Das geschieht derzeit vereinzelt dort, wo Gefahr besteht, jedoch nicht flächendeckend. Für das Absaugen sind in der Regel die Kommunen zuständig. Für Liegenschaften im Eigentum des Landkreises und an Kreisstraßen ist der Landkreis verantwortlich. Dort wird gegenwärtig punktuell abgesaugt.

EPS-Bekämpfung in der Prignitz dient landesweit als Vorbild

Die diesjährige Luftbekämpfung auf einer Fläche von über 600 Hektar und die Bodenbekämpfung an 12.600 Bäumen ist ungeachtet dessen ein guter und notwendiger Beitrag gewesen, um die EPS-Population in der Prignitz zu minimieren. „Wir sind hier mit Konsequenz einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie für die menschliche Gesundheit begegnet“, sagt Andreas Much.

Mit der im Mai beendeten Aktion zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners könnte der Landkreis Prignitz eine Vorreiterrolle in der künftigen landesweiten Bekämpfung des Schädlings einnehmen. Vor wenigen Tagen informierten Andreas Much und Marc Frankowiak, Sachbereichsleiter Umwelt in der Kreisverwaltung, in einer Sitzung der interministeriellen Arbeitsgruppe über Planung und Durchführung der Maßnahme.

Zum Erfolg hatte maßgeblich die Kooperation aller relevanten Akteure beigetragen. So ist es gelungen, die drei zuständigen Landesbehörden einzubeziehen. Dabei handelt es sich um den Landesbetrieb Forst, den Landesbetrieb Straßenwesen und das Landesamt für Umwelt.

Innerhalb der Prignitz hat der Landkreis wie schon in den vergangenen Jahren die Koordination übernommen. Damit unterstützt er die Kommunen, die für die Bekämpfung zuständig sind.

Ebenfalls trägt der Kreis einen Teil der Kosten. Rund 380.000 Euro mussten in diesem Jahr aus dem Kreishaushalt für die Bekämpfungsmaßnahmen aufgebracht werden. Die Kommunen und Landesbehörden leisteten die entsprechende Gegenfinanzierung.

Die Erfahrungen aus der Prignitz sind vor allem vor dem Hintergrund interessant, weil inzwischen das gesamte Land Brandenburg betroffen ist. Besonders im Spreewald wurde in diesem Jahr ein sehr hoher, flächendeckender EPS-Befall verzeichnet. Die in der Prignitz gemachten Erfahrungen sollen künftig in anderen Regionen des Landes unterstützend in der Planung und Durchführung der EPS-Bekämpfung einfließen.

EPS-Bekämpfung im Landkreis wird ausgewertet

Aktuell wertet der Landkreis die landkreisweite Aktion aus. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung für die Planung der Bekämpfungskampagne des kommenden Jahres. Auch wenn die diesjährige Bekämpfung grundsätzlich erfolgreich war, das zeigt sich insbesondere bei den vor der Bekämpfung stark befallenen Flächen in den Ämtern Lenzen-Elbtalaue und Bad Wilsnack-Weisen, konnte der Befall nicht vollständig beseitigt werden.

Ein Grund könnte die Witterung gewesen sein. Diese war im Zeitraum der Bekämpfung an einigen Orten ungünstig, unter anderem könnte der Regen die Wirkung des Mittels abgeschwächt haben. Deshalb gibt es stellenweise auch dort einen Befall, wo bekämpft wurde.

Aber auch Restriktionen beim Umfang der zu behandelnden Flächen, beispielsweise aufgrund von einzuhaltenden Abstandsregelungen zu Gewässern, sind ein Grund für den aktuell noch zu verzeichnenden EPS-Befall.

© Landkreis Prignitz 


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