Spenden zum Neujahreskonzert 2025

04.08.2026

Neuer Begegnungsort für die Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow geschaffen

Gemütlich, wetterfest und mit Sitzmöglichkeiten für 8 Personen: Im Garten der Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow ist eine neue Sitz- und Aufenthaltsgelegenheit für die Bewohnerinnen und Bewohner entstanden. Ermöglicht wurde dies durch die Spenden zum Neujahreskonzert mit dem Landespolizeiorchester 2025, welches erstmals in Kooperation des Landkreises mit der Polizeiinspektion Prignitz im Kultur- und Festspielhaus Wittenberge durchgeführt wurde. Fast 5.500 Euro kamen damals zugunsten der Einrichtung zusammen.

Gemeinsam mit dem Leiter der Polizeiinspektion, Mathias Ehrchen, besuchte der Prignitzer Landrat Christian Müller am 4. August 2026 den neuen Begegnungsort und informierte sich vor Ort bei Dietra Schwarz, die für die AWO-Arche Prignitz gGmbH die Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow leitet, über dessen Nutzung.

Ziel der neuen Anlage war es, den Bewohnerinnen und Bewohnern einen geschützten Ort für Begegnung, Gespräche und gemeinsame Zeit im Freien zu schaffen. Und diese Möglichkeit werde auch schon gut genutzt, wie Dietra Schwarz berichtet: zum Beispiel von Bewohner Manfred, der regelmäßig draußen sitzt und an seinen selbstgemachten Perlen-Bildern seine Kreativität auslebt. Auch den ein oder anderen gemeinsamen Grillabend habe es bereits gegeben.

Dass das Angebot so gut ankommt, freut Landrat Christian Müller sehr: „Jeder Mensch hat einen Ort verdient, an dem er sich willkommen fühlen und ein Gefühl von Sicherheit und Gemeinschaft erleben kann. Die neue Sitzgelegenheit schafft genau das. Sie bietet einen Raum für ein gemeinsames Verweilen und für Austausch. Dass dies durch die große Spendenbereitschaft beim Neujahreskonzert 2025 möglich geworden ist, freut mich sehr. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben. Es ist schön zu sehen, was durch enge Zusammenarbeit für die Menschen im Landkreis entstehen kann.“

Diesen Worten kann sich Dietra Schwarz nur anschließen. „Dass wir diesen Wunsch dank der Spenden verwirklichen konnten, bedeutet uns sehr viel“, ergänzt die Einrichtungsleiterin. Zwar sei Obdachlosigkeit in der Region kein Tabu-Thema mehr und die Obdachlosenunterkunft bekomme grundsätzlich viele Spenden – vor allem in Form von Sachgegenständen – doch dieses Bauprojekt wäre ohne das Neujahreskonzert nicht realisierbar gewesen. „Wir arbeiten hier nach dem Sparsamkeitsprinzip. Normalerweise hat jeder Bewohner Anspruch auf ein Bett, einen kleinen Kühlschrank, einen Tisch und einen Stuhl. Im Vergleich zu anderen Unterkünften sind wir damit schon gut ausgestattet. Trotzdem ist so ein neu gebauter Begegnungsort schon eine Form des Luxus, alleine wäre es für uns nicht realisierbar gewesen. Aber auch obdachlose Menschen haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Umfeld.“

Mathias Ehrchen freut sich ebenso über das Ergebnis: „Man vergisst Zuhause in seiner eigenen heilen Welt, mit einer Wohnung und festem Einkommen, wie gut es einem am Ende des Tages geht. Doch solch ein Schicksal kann jeden treffen. Diese die neue Sitz- und Aufenthaltsgelegenheit ist ,nur‘ eine Kleinigkeit und kein Luftschloss und trotzdem gibt sie den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Stück Lebensqualität zurück.“

Die Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow bietet Platz für 13 Menschen, derzeit sind acht Personen untergebracht.Die Obdachlosenhilfe in der Prignitz ist Teil einer landesweit einmaligen Struktur. Für die Betreibung der Unterkunft wurde am 1. Januar 1999 ein Trägerverbund gegründet, dem derzeit Prignitzer Kommunen als Mitglieder angehören. Für diese Kommunen übernimmt die AWO-Arche Prignitz gGmbH die Betreuung der obdachlosen Menschen.

Mathias Ehrchen, Bewohner Manfred, Dietra Schwarz und Landrat Christian Müller testen die neue Aufenthaltsgelegenheit im Garten der Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow.  Fotonachweis: Gina Werthe / Landkreis Prignitz
Mathias Ehrchen, Bewohner Manfred, Dietra Schwarz und Landrat Christian Müller testen die neue Aufenthaltsgelegenheit im Garten der Obdachlosenunterkunft in Groß Pankow. Fotonachweis: Gina Werthe / Landkreis Prignitz

© Landkreis Prignitz 


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