Trockenheit lässt Wasserstände sinken – Wasserversorgung in der Prignitz bleibt gesichert

12.08.2026

Trockenheit und Hitze hinterlassen deutliche Spuren – die Wasserstände und Durchflüsse in den Prignitzer Gewässern sinken stetig. Die Auswirkungen auf die Grundwasserstände des durch Regen gespeisten oberen Grundwasserleiters sind deutlich erkennbar.

Niedrigwasser der Elbe / Foto: LK Prignitzzoom

Es reicht ein einfacher Blick in das Wasserbett der Elbe, um die derzeitige Niedrigwassersituation zu erkennen. Aktuell liegt der Durchfluss bei circa 165 Kubikmetern pro Sekunde bei einem Wasserstand von 0,65 Metern am Pegel Wittenberge. Zum Vergleich: Beim Hochwasser 2013 waren es 4550 Kubikmeter pro Sekunde bei einem Wasserstand von 7,85 Meter am Pegel Wittenberge. Die Schifffahrt ist derzeit nur noch eingeschränkt möglich.

Die niedrigen Wasserstände haben weitreichende Auswirkungen auf den Grundwasserstand der gesamten Elbniederung und auch auf das Abflussverhalten der Karthane.  Seit geraumer Zeit fließt hier kein Tropfen mehr über das Schöpfwerk Richtung Elbe ab. Der maßgebende Stauwasserstand der Karthane kann schon längere Zeit nicht mehr aufrechterhalten werden. Er liegt derzeit 40 Zentimeter unter dem ortsüblichen Binnenpeil.

Auch die Wasserstände in der stauregulierten Löcknitz liegen zwischen 10 und 20 Zentimeter unter dem Sommerstauziel. Der landschaftsnotwendige Mindestabfluss ist in der Stepenitz und der Löcknitz – wenn auch eingeschränkt - derzeit aber noch gesichert. Es geht jetzt auch darum, einen steten Mindestabfluss zu sichern, um eine gute Wasserqualität und somit das Leben in den Gewässern aufrecht zu erhalten. Dies ist nur zu Lasten des Stauwasserstandes möglich.

Oberflächenwasserentnahmen zur landwirtschaftlichen Beregnung finden – auch als Konsequenz der zurückliegenden Trockenjahre nicht mehr statt.  Wasserrechte hierfür werden seit Jahren nicht mehr vergeben.

Die Entnahme von Grundwasser für Beregnungszwecke ist derzeit hingegen noch im erlaubten Umfang möglich. Um Verdunstungsverluste zu vermeiden, sollte die Beregnung jedoch so gesteuert werden, dass zu Tageszeiten mit hoher Verdunstung nicht beregnet wird.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ist weiterhin gesichert.

Derzeit sind für circa 15 Millionen Kubikmeter pro Jahr Wasserrechte für Grundwasserentnahmen im Landkreis vergeben, davon circa acht Millionen Kubikmeter für die öffentliche Trinkwasserversorgung und circa sieben Millionen Kubikmeter für die landwirtschaftliche Beregnung. Der Bedarf für die landwirtschaftliche Beregnung steigt seit Jahren kontinuierlich an. Bei der Vergabe von Entnahmerechten hat die untere Wasserbehörde beim Landkreis Prignitz jedoch ein Augenmerk darauf, dass die Grundwasserreserven nicht gefährdet werden. Nur für maximal ein Drittel der jährlichen Grundwasserneubildungsrate darf ein Entnahmerecht vergeben werden.

Auch für die privaten Haushalte bleibt das Entnehmen von Kleinstmengen für die Gartenbewässerung im Rahmen des sogenannten Anliegergebrauches weiterhin zulässig. Dennoch bittet die untere Wasserbehörde darum, mit der Wasserressource sparsam und verantwortungsvoll umzugehen. Bewässerungsarbeiten sollten grundsätzlich nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden durchgeführt werden.

Sorge bereitet den Fachleuten die Entwicklung der jährlichen Niederschlagsverteilung. Die Hauptniederschlagszeiten haben sich tendenziell in die Wintermonate verlagert mit sichtbaren Auswirkungen auf dem Landschaftswasserhaushalt. Die langen Trockenphasen im Sommerhalbjahr, die oft schon im Frühjahr beginnen, führen immer öfter zum Trockenfallen kleinerer Fließ- und Standgewässer oder zum Unterschreiten der ortsüblichen Stauziele.

Der fehlende Niederschlag hat direkte Auswirkungen auf die Grundwasserstände des oberen Grundwasserleiters. Trockenfallende Gartenbrunnen oder verringerte Fördermengen können die Folge sein.

Die weitere Entwicklung der Niedrigwasserlage wird von den Mitarbeitern der unteren Wasserbehörde des Landkreises Prignitz aufmerksam verfolgt. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt und dem Wasser- und Bodenverband werden die Kontrollen im Rahmen der Gewässeraufsicht verstärkt, um hieraus die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen abzuleiten. 

© Landkreis Prignitz 


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