04.09.2026
Die Tür fällt zu. Schlagartig herrscht völlige Dunkelheit. Nur die auflodernden Flammen durchbrechen für wenige Augenblicke die Schwärze, während die Temperatur im Inneren des Containers steigt. Unter schwerem Atemschutz geht es für die Kameradinnen und Kameraden jetzt darum, Ruhe zu bewahren, sich zu orientieren und das Gelernte abzurufen.
Was hier auf dem Gelände des Brand- und Katastrophenschutzes des Landkreises Prignitz geschieht, ist zum Glück kein Ernstfall – zumindest noch nicht. Noch bis zum einschließlich 5. September 2026 trainieren insgesamt 150 Atemschutzträger und -trägerinnen der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Prignitz in einer mobilen Brandsimulationsanlage.
Die Kreisfeuerwehrschule bietet dieses besondere Training in der Regel alle zwei Jahre an. In diesem Jahr nutzten alle Träger des Brandschutzes aus der Prignitz dieses Angebot. Acht Stunden täglich ist die Anlage dafür im Einsatz. Jeweils sechs Kameradinnen und Kameraden absolvieren pro Stunde das Training.
Im Mittelpunkt stehen vor allem die Wärmegewöhnung und das taktische Vorgehen unter realistischen Bedingungen. Was die Atemschutzträgerinnen und -träger zuvor in ihrer Ausbildung theoretische gelernt haben, müssen sie nun unter Hitze, Dunkelheit und körperlicher Belastung anwenden. Gerade für jüngere Einsatzkräfte bietet die Anlage damit die Möglichkeit, sich schrittweise an die ungewohnten Bedingungen heranzutasten. Die Flammen werden dabei kontrolliert durch den Anlagenführer gesteuert. Er begleitet die Übungen, beobachtet das Vorgehen und den Teilnehmenden Anweisungen und Hinweise.
Wie fordernd bereits 15 Minuten in der Anlage sein können, zeigte sich auch bei Tobias Jerye und seinem Kollegen Andreas Bauer von der Freiwilligen Feuerwehr Perleberg. Als sie den Container verlassen, ist ihnen die Anstrengung deutlich anzusehen. Besonders die Wärme und die Stellungswechsel seien anspruchsvoll gewesen. Gerade deshalb halten beide Kameraden diese Übungschance für wichtig. „Wohnungsbrände gehören glücklicherweise nicht zum Alltag. Umso wichtiger ist es, solche Szenarien im Vorfeld trainieren zu können, gerade auch für die Feuerwehren im ländlichen Raum“, so Tobias Jerye. „Gerade zu Beginn der Ausbildung ist es wichtig zu spüren, dass Feuer nicht nur schön und beeindruckend aussieht. Man merkt hier sehr schnell, welche enorme Hitze dahintersteckt“, ergänzt sein Kollege Andreas Bauer.
Die Brandsimulationsanlage ist für den Trainingszeitrum angemietet. Wenn der Haushalt es zulässt, soll die Anlage auch in zwei Jahren wieder in der Prignitz zum Einsatz kommen.
© Landkreis Prignitz
