Vertiefung der Partnerschaft: Landrat und Kreistagsabgeordnete besuchen rumänischen Partnerkreis

07.10.2026

Wie können ländliche Regionen voneinander lernen? Welche Erfahrungen gibt es bei der Umsetzung von Förderprojekten? Und vor welchen Herausforderungen stehen Kommunen und landwirtschaftliche Betriebe in den kommenden Jahren in Deutschland und Rumänien? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen der Prignitzer Landrat Christian Müller und eine Delegation des Landkreises bei einem Besuch im rumänischen Partnerkreis Alba nach.

Landrat Christian Müller (r.) gemeinsam mit dem Präsidenten Ion Dumitrel im Verwaltungsgebäude in Alba lulia.  Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Natalie Ellenriederzoom

Begleitet bei seiner Reise wurde der Landrat von dem Kreistagsvorsitzenden Michael Ballenthien und Mario Ortlieb, Kreistagsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt, Ordnung und Verkehr. Im Mittelpunkt der zweitägigen Reise standen ein fachlicher Austausch zu verschiedenen Themenschwerpunkten und die Frage, wie die bestehende Partnerschaft auch in Zukunft weiter mit Leben gefüllt werden kann.

Zum Auftakt am 29. September 2026 wurde die Delegation in Alba lulia herzlich empfangen. Es folgten ein offizieller Austausch mit dem Präsidenten Ion Dumitrel und weiteren Vertretern des Kreises Alba sowie Gespräche über die Verwaltungsstrukturen und mögliche Vorhaben, um Unternehmen aus der Prignitz und Alba stärker miteinander zu vernetzen.

„Eine Partnerschaft lebt nicht von Videokonferenzen. Erst die persönlichen Begegnungen, das Kennenlernen der jeweiligen Region füllen sie mit Leben. Das hat unser Besuch in Alba einmal mehr gezeigt. Ein gutes Beispiel sind EU-Förderprogramme. Bei diesem Thema können wir voneinander lernen, können Erfahrungen des jeweils Anderen für unsere eigenen Projekte zur weiteren Entwicklung des Landkreises nutzen. Wir werden die Partnerschaft fortsetzen und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr im Zuge der Landesgartebnschau in Wittenberge“, zeigte sich Landrat Christian Müller begeistert nach dem Treffen in Alba.

Landrat Christian Müller (l.) hinterlässt eine Grußbotschaft für den Präsidenten Ion Dumitrel (r.) und den Partnerkreis Alba.  Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Natalie Ellenriederzoom

Einen besonderen thematischen Schwerpunkt bildete bei der Reise die Regionalentwicklung. Bei Treffen mit Vertretern der LAG Alba lulia und der LAG Ciugud informierten sich der Landrat und die Vertreter des Kreistages über Projekte und Strukturen vor Ort. Dabei wurden Erfahrungen aus beiden Regionen ausgetauscht und Möglichkeiten für weitere Zusammenarbeiten entwickelt.

Auch das Thema Landwirtschaft spielte dabei eine wichtige Rolle. Besonders für den Kreistagsabgeordneten und Ausschussvorsitzenden Mario Ortlieb bot der Besuch eines landwirtschaftlichen Hofes in Ciugud die Gelegenheit, sich über die Bedingungen und Herausforderungen in der Landwirtschaft in Alba auszutauschen.

„Die Landwirtschaft steht in Alba vor ähnlichen Problemen wie wir hier in der Prignitz. Besonders interessant war für mich daher vor allem die Frage, wie in unserem Partnerkreis Lösungen gefunden werden. Der Blick richtet sich sehr stark darauf, was am Ende für die Region erreicht werden soll. Dafür werden Netzwerke genutzt, die private Wirtschaft mit ins Boot geholt und gemeinsam nach Wegen gesucht, Projekte erfolgreich und schnell umzusetzen. Von dieser Herangehensweise und aus den vielen Gesprächen nehme ich vieles für die Arbeit im Kreistag mit“, resümiert Mario Ortlieb.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Infrastruktur und europäisch geförderten Projekten. Ein Paradebeispiel dafür bot die Kreisstraße DJ 750C. Diese konnte mit Hilfe von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung saniert und modernisiert werden. Bei einem Besuch vor Ort überzeugte sich die Delegation von dem Ergebnis. Die Straße trägt den Beinamen „Drumul Mânăstirilor și al Sihaștrilor“ (Straße der Klöster und Einsiedler), führt durch die Apuseni-Berge und ist rund 38 Kilometer lang. Ziel der Modernisierung war vor allem eine bessere Anbindung der ländlich geprägten Region und die Förderung einer touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Nach Fertigstellung der Straße sollen Hotels und weitere touristische Angebote entlang der Route entstehen.

Besonders interessant für Prignitzer Delegation waren hier die tieferen Einblicke in die Umsetzung eines EU-geförderten Infrastrukturvorhabens. Zugleich konnte auch Anknüpfungspunkte für gemeinsame touristische Angebote und die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Regionen geschaffen werden.

Ebenfalls besucht wurden unter anderem die die Salzbäder in Ocna Mureș und die Festung Alba lulia. Gespräche zur Entwicklung und Umsetzung größerer Projekte im Kreis und den Umgang und Aufbau des lokalen Tourismus ergänzten das Programm. Landrat Christian Müller hatte die Therme bereits während der Bauphase besucht und überzeugte sich nun von ihr in ihrem fertiggestelltem Zustand. Bis 2029 soll nahe der Bäder zusätzlich ein großer Aquapark entstehen.

Auch der Kreistagsvorsitzende Michael Ballenthien konnte wertvolle Erfahrungen aus dem Besuch in Rumänien mitnehmen: „Für mich war wichtig zu sehen, dass die Partnerschaft zwischen Alba und der Prignitz nicht nur auf dem Papier besteht, sondern einen Mehrwert auf beiden Seiten bringt. Wir haben sehr offen miteinander gesprochen, viele Fragen gestellt und festgestellt, dass unsere Regionen trotz aller Unterschiede vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Solche Begegnungen schaffen Verständnis füreinander und sind eine gute Grundlage, um die Zusammenarbeit zwischen der Prignitz und Alba weiterzuführen und zu vertiefen.“

Nach zwei intensiven Tagen mit zahlreichen Eindrücken und einem intensivem Austausch kehrte die Prignitzer Delegation nach Deutschland zurück. Der Besuch hat die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Prignitz und dem Kreis Alba spürbar vertieft. Die Zusammenarbeit der Kreise soll künftig vor allem auf kulturellen und touristischen Themen aufbauen. Eine Delegation aus Alba wurde bereits für 2027 in die Prignitz eingeladen, dann auch zur LAGA in Wittenberge.

Präsident Ion Dumitrel (r.) zeigt den Gästen eine besondere Art der traditionellen Baukunst, die in Rumänien für Häuser verwendet wird. Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Natalie Ellenrieder
Präsident Ion Dumitrel (r.) zeigt den Gästen eine besondere Art der traditionellen Baukunst, die in Rumänien für Häuser verwendet wird. Fotonachweis: Landkreis Prignitz / Natalie Ellenrieder

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